Montag, 1. Juni 2009

Ich vergaß völlig Angst zu haben. Die Amsel war so schwarz, dass es glitzerte. Der Schnabel war gelb. Ich hob den großen Vogel auf. Er war so leicht. Ich trug ihn auf die Lichtung. Ester sagte nichts.
"Vielleicht hat sie Kinder. Und eine Mama", sagte Putte.

"Er soll kleiner Vater heißen", sagte ich.


Es war eine Kohlmeise und keine Amsel. Sie viel vom Himmel, direkt vor die Nase unserer Katze. Eine Elster hatte sie erwischt. Seit gestern hängt in den Bäumen über unserem Garten eine Elstergang rum, die versucht die Amselnester zu plündern. Die Amseleltern sitzen aufgeregt in den Ästen und versuchen so laut wie möglich die Elstern wegzuschimpfen. Die Kohlmeisen waren eigentlich nur Zaungäste.
Wir haben den sterbenden Vogel begleitet bis er kalt wurde. Die kleine Fluse und der große Krachmacher waren ganz still und haben abwechselnd das kleine Federbüschel gehalten.
Als klar wurde dass das kleine Wesen wohl nicht wieder wach wird, haben die Jungs einen Grabstein gebastelt und ein Grab ausgehoben.
Passend zu diesem Ereignis gibt es ein wunderschönes Kinderbuch Die besten Beerdigungen der Welt von Ulf Nilsson & Eva Eriksson.

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