Mittwoch, 23. Januar 2013


Mamamilch für den Winzling. Gestillt wird so lange es für beide Seiten stimmig ist. Bei der Fluse war das bis ca. zweieinhalb Jahre so. Wenn das Kind genügend physische (Zahndurchbruch, Speichelfluss, Zungenmotorik, eigenständiges aufrechtes Sitzen) und psychische (Interesse am Essen) Reifezeichen zeigt, kann es am Familientisch mitessen. Baby Led Weaning ist der Begriff den man mittlerweile dazu ergoogeln kann. Die Theorie dahinter ist, dass der Körper anzeigt wann er bereit ist für etwas anderes als Muttermilch. Der Babydarm ist bei der Geburt noch sehr durchlässig. Wie ein grobes Netz. Da passen dann auch ganze Fremdeiweiße durch, was nicht gut ist. Deshalb gibt es ausschliesslich arteigene Muttermilch. Der Zeitpunkt, zu dem der Darm so weit entwickelt ist, dass er bereit für etwas anderes als Muttermilch ist, treten auch die eben genannten äusserlich sichtbaren Reifezeichen auf. Dieser Zeitpunkt ist sehr individuell. Manche Kinder sind mit vier Monaten komplett ausgestattet mit zwei Zähnen, genügend Speichelfluss, können Stückchen die zu groß oder verkehrt sind mit der Zunge aus dem hinteren Gaumen wieder raus transportieren, sitzen und greifen nach jedem Essen das in ihre Nähe kommt. Andere Kinder trinken einfach ein Jahr lang ausschliesslich Mamamilch ohne Interesse an etwas anderem. Grundsätzlich wird das alles nach Bedarf gemacht. Sowohl das Stillen als auch das Essen. Und nicht nur der Bedarf des Kindes zählt, auch die Bedürfnisse der Mama spielen eine Rolle. So kann ich mein Kind auch bitten mal etwas zu trinken wenn die Brust grad kurz vorm Überlaufen ist (oder das schon längst tut, weil das Kind ein Geräusch gemacht hat, welches die Prolaktinausschüttung im Gehirn gestartet hat). Und dies alles sind fließende Prozesse. Wir ersetzen nicht eine Brustmahlzeit durch eine (Brei)Mahlzeit. Allein die Begriffe sind schon bescheuert. Der Wunsch die kleinen Menschen und deren Versorgung in Zeitschemata zu pressen, um alles berechenbarer zu machen ist einfach nur dämlich. Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat. 
Also, zurück zum schönen und sinnvollen Teil. Wir lassen das Kind entscheiden, was und wann es ißt. 

Natürlich stellen wir keinen Kuchen oder irgendein schrottiges Fertigessen hin. 
Was genau jetzt gesund ist, ist ja etwas schwierig zu besprechen. Wir leben zum Beispiel umzingelt von Rohköstlern, deshalb weiß ich wie es ist die Mama mit dem vermeintlich ungesunderem Essen zu sein. Unsere Kochkost ist keine Vitalkost. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden.
Wir sind ja Mitglieder in einer CSA und könnten daher regional und saisonal unsere Speisekammer füllen - könnten deshalb, weil ich die ganzen Kohlsorten und das Lagergemüse, welches jetzt zur Verfügung steht nicht mag und auch gar nicht vertrage. Ein Mal Grünkohl ist okay, aber wenn ich öfter Kohl esse bekomme ich fiese Magenkrämpfe. Und die ganzen Rüben mag ich nicht. Was noch übrig bleibt sind Kartoffeln und Möhren. Spitzkohl geht auch. Ich bin, was das Essen (und das Wetter) angeht eindeutig falschen Körper gelandet. Ich gehöre eigentlich nach Südeuropa. Ich mag und vertrage Gurken, Tomaten, Zucchini, Auberginen etc. 

Wir bieten dem Kind also passende Lebensmittel an und schauen was es davon essen möchte. Fertig. Da wir noch weiter nach Bedarf stillen, müssen wir uns auch keine Gedanken darum machen, ob das Kind jetzt genug gegessen hat. Es wird sich das holen was es braucht. Und wir haben den großen Vorteil, dass wir bei Bedarf (zB einem Magen-Darminfekt) relativ einfach wieder voll stillen können.

 Bei der Fluse war das erste Fingerfood Nudeln, gekochte Kartoffeln und gekochte Möhren. Ich bin gespannt wie es beim Winzling sein wird.

Ein gutes Buch zum Thema ist Babyernährung von Gabi Engster.

4 Kommentare:

  1. schön, so haben wir es auch gemacht ;-)

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  2. danke!!! steht bei uns bald an und bei greta hab ich ja noch brav brei gekocht...was ich aber immer doof fand. und euer familienbett gewander ist unserem ganz ähnlich :-)

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  3. Das hast Du toll zusammengefasst!
    Wir machen das auch so. Bei uns kam erschwetend hinzu, dass Little L. in Amerika anfing, seine ersten, sehr deutlichen Zeichen zur 'festen' Nahrungsaufnahme zu zeigen. Wir haben dann sehr gern reife Avocado gegeben. Die ist haptisch interessant, gut zu schlucken (da ja weich) und gesund.

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  4. Ganz wunderbar auf den Punkt gebracht! Danke für diesen Beitrag.
    Alles Liebe,
    Katharina

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